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DVD & Blu-ray

DVD
FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 106 Min.
Bild: 2,40 : 1 anamorph
Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 Dolby Digital; Hörfilmfassung für Blinde Stereo Dolby Digital
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Making of; Featurette: "Ziegen", Featurette: "Damals & Heute", Hinter den Kulissen; Geschnittene Szenen, Konzeptzeichnungen, Trailer, Teaser


BLU-RAY
FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 110 Min.
Bild: 2,40 : 1, 1080/24p Full HD
Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Hörfilmfassung für Blinde Stereo
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Making of; Featurette: "Ziegen", Featurette: "Damals & Heute", Hinter den Kulissen; Geschnittene Szenen, Konzeptzeichnungen, Trailer, Teaser


SPECIAL EDITION // DVD DigiBook 1er
FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 106 Min.
Bild: 2,40:1 anamorph
Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Hörfilmfassung für Blinde Stereo
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Making of; Featurette: "Ziegen", Featurette: "Damals & Heute", Hinter den Kulissen; Geschnittene Szenen, Konzeptzeichnungen, Trailer, Teaser; 20-seitiges Booklet mit Making Of Fotos, Rätseln, Spielen und Hintergrundinformationen, Postkartenset, Poster, Freundschaftsarmbänder-Set


SPECIAL EDITION // BLU-RAY DigiBook 1er
FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 110 Min.
Bild: 2,40:1, 1080/24p Full HD
Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Hörfilmfassung für Blinde Stereo
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Extras: Making of; Featurette: "Ziegen", Featurette: "Damals & Heute", Hinter den Kulissen; Geschnittene Szenen, Konzeptzeichnungen, Trailer, Teaser; 20-seitiges Booklet mit Making Of Fotos, Rätseln, Spielen und Hintergrundinformationen, Postkartenset, Poster, Freundschaftsarmbänder-Set
TRAILER
(HOME ENTERTAINMENT)
TEASER
MAKING-OF
ZIEGEN
DAMALS & HEUTE
  • Filminhalt
  • Vor der Kamera
  • Hinter der Kamera

Filminhalt

Die glücklichsten Tage ihrer Kindheit verbringt das Waisenmädchen Heidi zusammen mit ihrem eigenbrötlerischen Großvater, dem Almöhi, abgeschieden in einer einfachen Hütte in den Schweizer Bergen. Zusammen mit ihrem Freund, dem Geißenpeter, hütet sie die Ziegen des Almöhi und genießt die Freiheit in den Bergen in vollen Zügen.

Doch die unbeschwerte Zeit endet jäh, als Heidi von ihrer Tante Dete nach Frankfurt gebracht wird. Dort soll sie in der Familie des wohlhabenden Herrn Sesemann eine Spielgefährtin für die im Rollstuhl sitzende Tochter Klara sein und unter der Aufsicht des strengen Kindermädchens Fräulein Rottenmeier lesen und schreiben lernen. Obwohl sich die beiden Mädchen bald anfreunden und Klaras Großmutter in Heidi die Leidenschaft für Bücher erweckt, wird die Sehnsucht nach den geliebten Bergen und dem Almöhi immer stärker…

Vor der Kamera

Anuk Steffen (Heidi)

Mit HEIDI gibt die heute zehnjährige Schweizerin Anuk Steffen ihr Debüt als Schauspielerin, während der Dreharbeiten war sie neun Jahre alt und hat sich beim Casting gegen 500 weitere Anwärterinnen durchgesetzt. Anuk stammt aus Chur im Kanton Graubünden und geht noch zur Grundschule.
Bruno Ganz (Almöhi)

Bruno Ganz gehört zu den bedeuteƒndsten Schauspielern in Deutschland und der Schweiz. Er wurde 1941 in Zürich-Seebach als Sohn eines Schweizers und einer Italienerin geboren. Nach dem Besuch der Schauspielschule Zürich stieß er 1970 zum Ensemble der Berliner Schaubühne, er arbeitete mit Regie-Koryphäen wie Peter Zadek, Peter Stein, Claus Peymann, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Dieter Dorn zusammen und trat über die nächsten Jahrzehnte auch in Fernsehfilmen und Fernsehserien auf. 1972 spielte er erstmals bei den Salzburger Festspielen unter Claus Peymanns Regie in der Uraufführung von Thomas Bernhards „Ignorant und der Wahnsinnige“. Dafür holte sich Ganz die Auszeichnung „Schauspieler des Jahres“. Ab Mitte der Siebzigerjahre wurde er einem größeren Kinopublikum bekannt durch Rollen in Wim Wenders' Der amerikanische Freund (1977), Hans W. Geissendörfers Die Wildente (1976) oder Reinhard Hauffs Messer im Kopf (1978). Mit Wenders arbeitete er später erneut zusammen bei Der Himmel über Berlin (1987) und In weiter Ferne so nah (1993). Im Februar 1996 vererbte ihm der Schauspieler Josef Meinrad den Iffland-Ring, der seit über 100 Jahren an den jeweils „bedeutendsten Schauspieler“ deutschsprachiger Bühnen weitergegeben wird. Ganz spielte im Jahr 2000 im Publikumsliebling Brot & Tulpen (Pane e Tulipani) mit, der vor allem in Italien mehrfach ausgezeichnet wurde, und verkörperte 2004 Adolf Hitler in Oliver Hirschbiegels, von Bernd Eichinger produzierten Der Untergang. 2008 war er im ebenfalls von Bernd Eichinger produzierten Baader-Meinhof-Komplex zu sehen.

2010 spielte Bruno Ganz den berühmten italienischen Journalisten und Schriftsteller Tiziano Terzani in der Verfilmung des gleichnamigen Buches Das Ende ist mein Anfang unter der Regie von Jo Baier. Im gleichen Jahr folgte mit Satte Farben vor Schwarz das einfühlsame Regiedebüt von Sophie Heldmann, in dem Ganz an der Seite von Senta Berger spielte.

Nicht nur in deutschsprachigen, sondern auch in großen internationalen Produktionen ist Ganz eine feste Größe, er drehte u.a. unter der Regie von Theo Angelopoulos, Jonathan Demme, Francis Ford Coppola und Stephen Daldry. Nach der französisch-deutschen Koproduktion Michael Kohlhaas (2013) von Arnaud des Pallières und Bille Augusts Nachtzug nach Lissabon (2013) wirkte er in Ridley Scotts The Counselor (2013) mit. Zuletzt war Ganz mit Einer nach dem anderen (Kraftidioten, 2014) in den deutschen Kinos zu sehen. Gerade stand er unter der Regie von Mitko Panov in dem Actiondrama The Witness vor der Kamera und drehte mit Atom Egoyan Remember.

Bruno Ganz wurde u.a. mit dem Bambi ausgezeichnet, dem Deutschen Filmpreis, dem Schweizer Filmpreis sowie mit dem Europäischen Filmpreis. 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz und ein Jahr später die Mitgliedschaft der französischen Ehrenlegion. 2010 wurde er mit dem Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Von 2010 bis 2013 war Bruno Ganz an der Seite von Iris Berben Präsident der Deutschen Filmakademie.
Isabelle Ottmann (Klara)

Isabelle Ottmann, geboren 2002, hat bereits erste Erfahrung vor der Kamera sammeln können: Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Helen übernahm sie Rollen in den Fernsehproduktionen „Die Familiendetektivin – Der Ruf“ von Ulli Baumann, an der Seite von Jan Josef Liefers in „Baron Münchhausen“ von Andreas Kinke und in dem Kurzfilm „Zauberhafte Lilly“ von Andreas Morell. Gerade abgedreht hat sie erneut zusammen mit ihrer Schwester die Sat.1-Serie „Frauenherzen“ neben Nadeshda Brennicke, Muriel Baumeister, Julia Hartmann und Christina Petersen. HEIDI markiert ihre erste Kinoarbeit. Klavierspielen und Reiten gehören zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen.
Quirin Agrippi (Geißenpeter)

Der inzwischen 14-jährige Quirin Agrippi stammt aus Pontresina im Schweizer Kanton Graubünden, während der Dreharbeiten war er 13 Jahre alt.

In der Rolle des Geißenpeter steht er zum ersten Mal vor der Kamera. Seit letztem Sommer besucht er das Gymnasium in Zuoz.
Katharina Schüttler (Fräulein Rottenmeier)

Katharina Schüttler, geboren 1979 in Köln, absolvierte nach dem Abitur ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Noch während ihres Studiums spielte sie u.a. Nabokovs „Lolita“ und Schillers „Jungfrau von Orleans“ am Staatstheater Hannover. Für Michael Hofmanns Film Sophiiiie! (2002) wurde sie beim Münchner Filmfest mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet. Auf der Kinoleinwand zu sehen war Katharina Schüttler u.a. in Das weiße Rauschen (2000), Die innere Sicherheit (2000), Wahrheit oder Pflicht (2004), 3° kälter (2005), Olivier Assayas’ Terroristen-Epos Carlos - Der Schakal (Carlos, 2010), Oh Boy (2012), Freier Fall (2012) und Zeit der Kannibalen (2014). Zuletzt war sie in Oliver Hirschbiegels Historienfilm Elser – Er hätte die Welt verändert (2015) zu sehen, der dieses Jahr Weltpremiere im Wettbewerb (außer Konkurrenz) der Internationalen Filmfestspiele Berlin feierte. Für Es kommt der Tag (2009) erhielt sie den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin.

Auch für das Fernsehen spielte Katharina Schüttler in den vergangenen Jahren in zahlreichen Filmen, u.a. in „Schimanski: Tod in der Siedlung“ (2007), „Bella Block: Vorsehung“ (2009) und „Vorsicht Schwiegermutter“ (2005), für den sie den Günter-Strack Nachwuchspreis erhielt. 2009 war sie als Marcel Reich-Ranickis Ehefrau Tosia in dessen Biografie „Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben zu sehen“, 2013 im Aufsehen erregenden und vielfach preisgekrönten Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“. Zuletzt stand Katharina Schüttler an der Seite von Ulrich Tukur für Roland Suso Richters TV-Film „Grzimek“ sowie für „Stille Nächte“ von Horst J. Sczerba und „Clara Immerwahr“ von Harald Sicheritz vor der Kamera. Neben der Arbeit für Film und Fernsehen spielte Katharina Schüttler zahlreiche Rollen an der Berliner Schaubühne. 2006 wurde sie von der Zeitschrift „Theater heute“ zur Schauspielerin des Jahres gewählt und erhielt den erstmals verliehenen Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ für ihre Darstellung der Titelrolle in Ibsens „Hedda Gabler“. 2010 wurde sie mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis für ihre besonderen Leistungen im Film und auf der Bühne ausgezeichnet.
Hannelore Hoger (Großmama Sesemann)

Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, gehört zu den bedeutendsten Charakterschauspielerinnen Deutschlands. Bereits als Sechzehnjährige begann sie ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg. Seit 1961 steht sie auf allen großen deutschen Bühnen und arbeitete u.a. mit Regisseuren wie Johannes Schaaf, Peter Palitzsch, Peter Zadek, Augusto Fernandes und Heinz Lietzau. Durch ihre Zusammenarbeit mit Alexander Kluge für Die Artisten in der Zirkuskuppel: Ratlos (1968), Deutschland im Herbst (1977), Die Patriotin (1979) und Die Macht der Gefühle (1983), wird sie auch auf der Kinoleinwand einem breiten Publikum bekannt. Es folgten Rollen in bedeutenden deutschen Filmen wie Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975) von Volker Schlöndorff sowie Die zweite Heimat – Die Chronik einer Jugend (1992) von Edgar Reitz. Ihr komödiantisches Talent bewies Hannelore Hoger in Helmut Dietls starbesetztem Erfolg Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1996).

Im deutschen Fernsehen ist Hoger seit vielen Jahren eine feste Größe und entsprechend in zahlreichen Produktionen zu sehen. Zu ihren Arbeiten zählen etliche „Tatort“-Filme, der Mehrteiler „Die Bertinis“ (1989) oder Hans-Christian Schmids „Himmel und Hölle“ (1994). Seit 1993 spielt sie die Titelrolle der erfolgreichen ZDF-Krimiserie „Bella Block“. Ihre jüngsten TV-Rollen in „Charlotte Link: Das andere Kind“ (2012, Regie: Urs Egger), Rainer Kaufmanns Komödie „Uferlos!“ (2013) und in „Nichts für Feiglinge“ (2013, Regie: Michael Rowitz) unterstrichen einmal mehr ihre Versiertheit als eine der gefragtesten Schauspielerinnen Deutschlands. Das Kinopublikum konnte sie unlängst in Oskar Roehlers Tod den Hippies!! Es lebe der Punk (2015) sehen sowie in Max Linz’ Ich will mich nicht künstlich aufregen (2015). Im Laufe ihrer Schauspielkarriere wurde Hannelore Hoger mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Grimme Preis (1994, 2012), der Goldenen Kamera (1998), dem Bayerischen Fernsehpreis (1996), dem Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf sowie zuletzt dem Bernhard-Minetti-Preis.

Neben ihren Schauspiel-Engagements ist Hannelore Hoger auch als Theaterregisseurin tätig und inszenierte Stücke in Deutschland und Österreich.
Maxim Mehmet (Herr Sesemann)

Maxim Mehmet wurde 1975 in Kassel geboren. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Nachdem ihn Leander Haußmann in der Militärkomödie NVA (2005) besetzte, spielte er drei Jahre später seine erste Hauptrolle in Fleisch ist mein Gemüse (2008) von Christian Görlitz. Einem breiten Kinopublikum wurde er durch die Filme Männerherzen (2009) und Männerherzen ... und die ganz ganz große Liebe (2011) von Simon Verhoeven bekannt. Zu seinen Arbeiten im Kinobereich zählen überdies der in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Faust (2011) von Alexander Sokurow, Wintertochter (2011) von Johannes Schmid, Tim Staffels Westerland (2012), das Kinderabenteuer Sputnik (2013) von Markus Dietrich sowie der schwedische Spielfilm Stella (Min lilla syster, 2015), der dieses Jahr bei der Berlinale ausgezeichnet wurde.

Maxim Mehmet war in den vergangenen Jahren in zahlreichen TV-Produktionen zu sehen, u.a. im vielbeachteten Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ sowie als Kriminaltechniker Wolfgang Menzel im Leipziger „Tatort“. Für seine Rolle im ARD-Fernsehfilm „Männertreu“ von Hermine Huntgeburth erhielt er 2015 den Grimme-Preis.
Peter Lohmeyer (Sebastian)

Peter Lohmeyer, geboren 1962 in Niedermarsberg im Sauerland, zählt zu den bedeutendsten deutschen Charakterdarstellern. Bereits vor seiner Schauspielausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum begann seine Karriere am Kinder- und Jugendtheater in Dortmund. Seit Ende der achtziger Jahre, als er in Dominik Grafs Tiger, Löwe, Panther (1989) und Spieler (1990) seine ersten Kinorollen spielte, hat Lohmeyer in weit über 30 deutschen und internationalen Produktionen mitgewirkt, darunter Peter Lichtefelds Zugvögel...einmal nach Inari (1998), Daniel Diaz Torres’ Kleines Tropicana (Tropicanita, 1997), Andrea Katzenbergers Der Mistkerl (2001), Dominik Grafs Der Felsen (2002) und Sönke Wortmanns Das Wunder von Bern (2003). Für seine Rolle als von der Kriegsgefangenschaft gezeichneter Familienvater Richard Lubanski in Das Wunder von Bern gewann Lohmeyer 2004 den Publikumspreis als Schauspieler des Jahres beim Deutschen Filmpreis; bereits 1998 wurde er mit dem Filmpreis als bester Nebendarsteller für Zugvögel...einmal nach Inari ausgezeichnet. Es folgten Rollen u.a. Lars Jessens Am Tag als Bobby Ewing starb (2005), Michael Kliers Alter und Schönheit (2009), Soul Kitchen (2009) von Fatih Akin, Nicole Wegmanns Schenk mir dein Herz (2010) sowie Hermine Huntgeburths Mark-Twain-Neuverfilmungen Tom Sawyer (2011) und Die Abenteuer des Huck Finn (2013).

Zuletzt sah ihn das Kinopublikum in Art Girls (2013) von Robert Bramkamp, der bei den Internationalen Hofer Filmtagen Premiere feierte. Dieses Jahr ist er mit dem Kostümdrama The Girl King (2015) von Mika Kaurismäki in den Kinos vertreten.

Seit Anfang der Neunzigerjahre ist Lohmeyer auch im Fernsehen mit markanten Rollen präsent. Neben Auftritten in Krimireihen wie „Polizeiruf 110“, „Bella Block“, „Tatort“ und „Das Duo“ spielte er in TV-Produktionen wie Rainer Kaufmanns „Einer meiner ältesten Freunde“ (1994), Mark Schlichters „Der Elefant in meinem Bett“ (1999), Hannu Salonens „Spur der Hoffnung“ (2006) und Marc Brasses Dokudrama „München 72“ (2012) mit. Nach Urs Eggers „Wolfsfährte" (2010) und Nils Willbrandts „Blutadler“ (2012) ermittelte Lohmeyer 2014 zum dritten Mal als Kommissar Jan Fabel in Craig Russells gleichnamiger Romanverfilmung „Brandmal“ unter der Regie von Nicolai Rohde. Lohmeyer war überdies in „Eine Hand wäscht die andere“ (2012) von Hermine Huntgeburth zu sehen – eine Regisseurin, mit der ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet: Für sie stand er bereits 1998 in „Und alles wegen Mama“ und später etwa in „Das verflixte 17. Jahr“ (2002) sowie in „Der Boxer und die Friseuse“ (2004) vor der Kamera.

Seit den Achtzigerjahren steht Lohmeyer auch regelmäßig auf der Theaterbühne. Am Schauspielhaus Bochum ist er regelmäßig als Gast zu sehen, aktuell in der „Onkel Wanja“- Inszenierung von Stephan Kimmig. Seit 2013 verkörpert er erfolgreich den „Tod“ im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen (Regie: Julian Crouch/Brian Mertes).
Jella Haase (Tinette)

Jella Haase wurde 1992 in Berlin-Kreuzberg geboren und zählt derzeit zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten des deutschen Kinos. Seit 2008 steht Jella Haase regelmäßig vor der Fernsehkamera: In „Mama kommt!“ (2008, Regie: Isabel Kleefeld) überzeugte sie als Enkelin von Senta Berger, im „Polizeiruf 110 – Tod im Atelier“ (2009, Regie: Thorsten Näter) verkörperte sie einfühlsam eine junge Frau im Rollstuhl. Außerdem war sie im „Polizeiruf 110 – Einer von uns“ (2010, Regie: Eoin Moore) zu sehen. Ihr Kino-Debüt feierte Jella Haase gleich mit einer charakterstarken Hauptrolle in Lollipop Monster (2011) von Ziska Riemann. Auch in ihrer zweiten Kino-Rolle konnte sie ihr besonderes Talent zeigen: In David Wnendts vielfach ausgezeichnetem Debüt Kriegerin (2012) verkörperte sie die Schülerin Svenja, die sich gegen ihr strenges Elternhaus auflehnt und alles tut, um in eine rechtsradikale Clique aufgenommen zu werden. Für ihre Rollen in Lollipop Monster und Kriegerin wurde Jella Haase beim Bayerischen Filmpreis 2012 mit dem Preis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Im Juni 2013 folgte die Auszeichnung mit dem Günther-Strack-Fernsehpreis als beste Darstellerin für ihren Part im „Tatort – Puppenspieler“ (Regie: Florian Baxmeyer).

Nach Nebenrollen in den Kinofilmen Ruhm (2012, Regie: Isabel Kleefeld) und König von Deutschland (2013, Regie: David Dietl) mit Olli Dittrich war Jella Haase 2013 noch in drei weiteren Produktionen zu sehen: Im Fernsehen spielte sie an der Seite von Silke Bodenbender und Matthias Brandt in dem Psychothriller „Eine verhängnisvolle Nacht“ (ZDF) sowie die traurige Prinzessin Luise in der Märchenverfilmung „Die goldene Gans“ (ZDF).

Mehr als sieben Millionen Kinozuschauer begeisterte sie 2013 in Bora Dagtekins Sensationserfolg Fack Ju Göhte in der Rolle der prolligen Schülerin Chantal und wurde dafür in der Kategorie beste darstellerische Leistung – weibliche Nebenrolle für den Deutschen Filmpreis 2014 nominiert. 2014 stand Jella Haase für das NDR-Doku-Drama „Die Klasse“ (Regie: Ben von Grafenstein) und die schwedische Kino-Produktion Unga Sophie Bell (Regie: Amanda Adolfsson) vor der Kamera.

Seit Frühjahr 2015 kann man sie in der internationalen Serien-Koproduktion „The Team“ (Regie: Katrine Windfeld) sehen. Aktuell ist sie in der Kino-Fortsetzung Fack Ju Göhte 2 (Regie: Bora Dagtekin) im Kino zu sehen. Zudem arbeitet sie an dem Abschlussfilm von HFF-Absolventin Leonie Krippendorf mit dem Titel „Jade“. Im Dezember 2015 kommt der Film 4 Könige (Regie: Theresa von Eltz) in die Kinos. Außerdem spielt sie als Teil des Ermittlerteams eine Hauptrolle im neuen Dresdner „Tatort“.

Hinter der Kamera

Alain Gsponer (Regie)

Alain Gsponer, 1976 in Zürich geboren und in Schinznach-Bad aufgewachsen, studierte an der renommierten Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Vor der Aufnahme seines Studiums war er zunächst Mitbetreiber eines Programmkinos im schweizerischen Aarau und arbeitete als Radiojournalist. Seinen Abschluss im Bereich Szenischer Film absolvierte er 2002 mit dem mittellangen Film „Kiki & Tiger“, der mehrere Preise gewinnen konnte (u.a. Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival) und auf vielen Festivals weltweit gezeigt wurde. Sein Langfilmdebüt gab Alain Gsponer mit dem Film „Rose“ (2005), eine hinreißende Hommage an allein erziehende Mütter mit Corinna Harfouch in der Titelrolle. Der Film gewann den Deutschen Fernsehpreis 2007 in der Kategorie bester Film und wurde bei den Hofer Filmtagen mit dem Eastman-Förderpreis ausgezeichnet.

Nach „Rose“ inszenierte Gsponer die „Polizeiruf 110“-Episode „Wie ist die Welt so stille“ (2008) und die mit mehreren Adolf-Grimme-Preisen bedachte Tragikomödie Das wahre Leben (2006) mit Katja Riemann, Ulrich Noethen und Hannah Herzsprung, die für ihre Leistung den Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin erhielt. Mit der Satire Lila, Lila (2009) mit Daniel Brühl und Henry Hübchen in den Hauptrollen sowie der TV-Produktion „Der letzte Weynfeldt“ (2010), der als bester Film mit dem Schweizer Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, verfilmte Alain Gsponer zwei Buchvorlagen des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter. 2013 entstand der Kinofilm Akte Grüninger - Die Geschichte eines Grenzgängers und im gleichen Jahr arbeitete Gsponer zum ersten Mal mit den HEIDI-Produzenten zusammen, als er die Regie bei der Realfilmadaption des Kinderbuchklassikers Das kleine Gespenst (2013) übernahm. Die Otfried-Preußler-Verfilmung lockte knapp 1 Million Besucher in die deutschen Kinos. Zurzeit bereitet Alain Gsponer eine Verfilmung von Ödön von Horváths Jugend ohne Gott vor.
Lukas Hobi & Reto Schaerli (Produktion)

Lukas Hobi und Reto Schaerli leiten die Schweizer Zodiac Pictures, eine unabhängige Filmproduktionsfirma mit Sitz in Zürich und Luzern. Getreu ihrem Firmenmotto, sich inhaltlich keine Grenzen zu setzen, ist Zodiac sowohl in der Schweiz, als auch in ganz Europa aktiv. Zu Zodiacs ganz großen Erfolgen gehört Achtung, fertig, Charlie! (2003), der in den Schweizer Kinos zum erfolgreichsten Schweizer Film seit Jahrzehnte wurde. 2013 brachte die Firma die Fortsetzung mit Titel Achtung, fertig, WK! in die Schweizer Kinos.

Zuvor produzierten sie bereits Julie’s Geist (2001) von Bettina Wilhelm und Tell – Jeder Schuss ein Treffer! (2007) von Mike Eschmann. Vielfach preisgekrönt wurde die Produktion Stationspiraten (2010) von Michael Schaerer. Unter anderem räumte der Film über vier an Krebs erkrankte Jugendliche von Michael Schaerer den Publikumspreis beim Zurich Film Festival ab, erhielt den Preis der Schülerjury beim Max Ophüls Filmfestival und gewann eine Auszeichnung beim Bernhard-Wicki-Preis.

2013 zeichnete Zodiac für den Episodenfilm Traumland von HEIDI-Drehbuchautorin Petra Volpe verantwortlich. Mit Jakob Claussen und Uli Putz produzierten Lukas Hobi und Reto Schaerli im gleichen Jahr Das kleine Gespenst (2013), eine Realverfilmung nach dem Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler.

Auch die Schweizer „Tatort“-Folgen „Schmutziger Donnerstag“, „Zwischen zwei Welten“ sowie „Ihr werdet gerichtet“ zählen zu Zodiacs Produktionen. In Entwicklung befindet sich derzeit eine Kinoadaption der vor allem in der Schweiz berühmten „Papa Moll“-Comics sowie die Komödie Die göttliche Ordnung, der neue Film von Autorin & Regisseurin Petra Volpe.
Jakob Claussen & Uli Putz (Produktion)

Die Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion GmbH ging aus der 1992 von Jakob Claussen und Thomas Wöbke gegründeten Claussen+Wöbke Filmproduktion hervor. 2004 stieß Uli Putz, die von Anfang an als Produktions- und Herstellungsleiterin an allen Filmen beteiligt war, als Produzentin, Gesellschafterin und Geschäftsführerin dazu. Seit 2015 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Claussen+Putz Filmproduktion. Jakob Claussen und Uli Putz sind in sämtliche Entwicklungsschritte vom Drehbuch bis zum Casting involviert und betreuen den gesamten Entstehungsprozess ihrer Filmprojekte.

Die Produktionsfirma hat über die Jahre viele junge Regisseure gefördert und begleitet, darunter Hans-Christian Schmid mit Nach Fünf im Urwald (1995); 23 - Nichts ist so, wie es scheint (1998); Crazy (2000), Marco Kreuzpaintner, unter dessen Regie Sommersturm (2004), Trade - Willkommen in Amerika (2007) und die Otfried-Preußler-Adaption Krabat (2008) entstand oder auch Caroline Link. Für ihr vielfach preisgekröntes Kinodebüt Jenseits der Stille (1996) wurde Jakob Claussen und Thomas Wöbke beim Bayerischen Filmpreis der Produzentenpreis verliehen. Für Hans-Christian Schmids Lichter (2003) ging die gleiche Auszeichnung an das Produzententeam Jakob Claussen und Uli Putz. Mit Anatomie von Stefan Ruzowitzky produzierten sie den erfolgreichsten deutschen Film des Jahres 2000, dem drei Jahre später ein Sequel folgte.

Nach Die Vampirschwestern 2 – Fledermäuse im Bauch (2014) von Wolfang Groos, der Fortsetzung von Die Vampirschwestern aus dem Jahr 2012, die sich auf die beliebten Kinderbücher von Franziska Gehm stützen, hat Claussen+Putz das packende Drama Im Labyrinth des Schweigens (2014) von Giulio Ricciarelli produziert, das als bester Film für den Deutschen Filmpreis 2015 nominiert wurde. Hauptdarsteller Alexander Fehling erhielt 2015 den Bayerischen Filmpreis. Im Sommer 2015 feierte die jüngste Produktion, Becks letzter Sommer (2015) von Frieder Wittich mit Christian Ulmen, im Rahmen des Filmfests München seine erfolgreiche Weltpremiere. In der Postproduktion befindet sich derzeit Die Vampirschwestern 3.

HEIDI ist nach Das kleine Gespenst (2013) das zweite gemeinsame Projekt von Regisseur Alain Gsponer und den Produzenten Lukas Hobi & Reto Schaerli.
Weitere

Drehbuch: Petra Volpe
Produzenten: Reto Schaerli, Lukas Hobi, Uli Putz, Jakob Claussen
Casting: Corinna Glaus, Daniela Tolkien
Musik: Niki Reiser
Kamera: Matthias Fleischer
Schnitt: Michael Schaerer
Szenenbild: Christian M. Goldbeck
Kostümbild: Anke Winckler
Hair & Makeup: Georg Korpás, Juliane Hübner
  • Anfänge des Projekts
  • Schon Gewusst?

Anfänge des Projekts

DEINE WELT SIND DIE BERGE

Man wird wohl kaum jemanden finden, der mit „Heidi“ nicht ganz spezielle Assoziationen und Erinnerungen verbindet. Manche werden unweigerlich sofort an den Song von Gitti & Erika denken, der die Ausstrahlung der japanischen Serie von Zeichentrickgigant Hayao Miyazaki in den Siebzigerjahren begleitete: „Deine Welt sind die Berge!“ Manche werden an Shirley Temple denken, andere an die Schweizer Adaption aus den Fünfzigerjahren, die zu den Klassikern des deutschsprachigen Nachkriegskinos zählt. Manche werden sofort Assoziationen haben mit einer unberührten Bergidylle. Oder ihnen werden Namen wie Geißenpeter, Almöhi oder Fräulein Rottenmeier durch den Kopf schießen. Und wieder andere werden sich daran erinnern, mit großer Faszination die zeitlosen Romane von Johanna Spyri gelesen zu haben, die „Heidi“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus der Taufe hob.

Diese Vielzahl verschiedenster Vorstellungen sind natürlich einerseits Fluch: Jeder hat seine ganz persönliche Meinung zu „Heidi“. Andererseits ist der hohe Bekanntheitsgrad auch ein Segen: Man muss niemandem erklären, wer oder was „Heidi“ ist; die Geschichte ist zeitlos; die Themen haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Was auch der Hauptgrund ist, warum die Abenteuer des Schweizer Waisenmädchens, das aus seiner Idylle in den Bergen von Graubünden gerissen und nach Frankfurt in einen gutbürgerlichen Haushalt geschickt wird, immer wieder neu erzählt werden kann. Bereits vor sieben Jahren begannen Reto Schaerli und Lukas Hobi von der Züricher Produktionsfirma Zodiac Pictures, sich intensiv mit der legendären Geschichte zu befassen.

„Wie viele Schweizerinnen und Schweizer kenne ich die Geschichte von ‚Heidi’ sehr gut, aber die Bücher hatte ich nie gelesen“, gesteht Lukas Hobi. „Unsere Generation kennt die Geschichte vielmehr von den Animes und den Verfilmungen. Nachdem ich die Romane dann gelesen habe, war ich total begeistert. Ich hatte den Eindruck, dass ich das, was ich da las, in den Filmen so noch nie gesehen hatte. Diese Erkenntnis war die Geburtsstunde des Projekts.“ Und Reto Schaerli fügt hinzu: „Wir Schweizer unterscheiden zwischen Schweizer Verfilmungen und Verfilmungen, die nicht aus der Schweiz heraus entstanden sind. Für uns ist die Landschaft, in der die Geschichte spielt, unglaublich wichtig. Und auch die Gesellschaft und die Armut der Schweiz, so wie sie von Spyri beschrieben wird, haben etwas sehr lokales, so universell die Geschichte auch ist. Die letzte klassische Schweizer Verfilmung liegt schon weit in der Vergangenheit. Sie entstand Anfang der Fünfzigerjahre und war noch in Schwarzweiß gedreht. Wir hatten deshalb gar nicht das Gefühl, dass es bereits etliche Verfilmungen gibt.“

Schaerli räumt aber auch ein: „Trotzdem mussten wir uns die Frage stellen, wie man sich von all den anderen Projekten abgrenzt. Mit Drehbuchautorin Petra Volpe, die von Anfang an in das Projekt involviert war und die Vision des Films stark mitgeprägt hat, haben wir uns intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt. Unser gemeinsamer Ansatz war schnell klar und im Prinzip banal, wir wollten versuchen, den Romanen gerecht zu werden. Was für uns auch hieß, die Teile, die in den Büchern stark von der damaligen Zeit geprägt waren, in Spyris Sinne zu modernisieren.“ Und Lukas Hobi sagt: „Unser Anspruch war es, den Film so zu machen, wie ihn Johanna Spyri für die heutige Zeit hätte haben wollen. Könnte sie ihn heute anschauen, würde sie sagen: ,Genauso und nicht anders‘. Das ist unser Wunsch.“ Auf diese Weise hebt sich der neue HEIDI-Film auch von den ursprünglichen „Heidi“-Filmen aus der Schweiz ab, findet Schaerli: „Die erste Schweizer Verfilmung von 1952 ist sehr stark geprägt von der Nachkriegszeit und davon, wie die Schweiz auf das Ausland geblickt hat. Das hat ihn auf dieser Ebene auch vom Roman entfernt. Spyri war viel ambivalenter. Sie hat auch den Kindern viel zugetraut, ihre Figuren stecken voller emotionaler Wucht. Sie hat sowohl die Figuren als auch die Zeit sehr ernsthaft beschrieben. Das kennt man aus den aktuellen deutschsprachigen Kinderfilmen eigentlich gar nicht mehr. Wir wollten bei all den erwähnten Aspekten mit dem Roman mitgehen. So gesehen, verfolgten wir ein ganz einfaches und sehr klares Konzept, bei dem wir uns immer wieder auf den Roman zurückorientieren konnten.“
HEIDI RELOADED

Die Adaption der Romane
Im Frühjahr 2009 begann Petra Volpe zu schreiben. Essenziell für die Arbeit an dem Stoff war das Studium der Vorlagen von Johanna Spyri. „Zunächst einmal haben wir beide Romane – ,Heidi’s Lehr- und Wanderjahre’ von 1879 und ,Heidi kann brauchen was es gelernt hat’ von 1880 – als Grundlage für den Film genommen“, erinnert sich Hobi. „Dann hat uns die Figur der Heidi wahnsinnig interessiert, dieses wilde, unangepasste Mädchen. Diesen Aspekt haben wir auch beim Casting nicht aus den Augen verloren. Wir wollten kein niedliches, herziges Kind, sondern einen Wildfang. Heidi ist ein Mädchen mit sehr eigenem Charakter, das sich gegen die Strukturen und gegen die Hierarchien wehrt.“

Zu diesem Zeitpunkt kamen auch Claussen+Putz als deutsche Koproduktionspartner mit an Bord. Gemeinsam hatte man bereits bei der Arbeit an Das kleine Gespenst (2013) Erfahrungen miteinander gesammelt und festgestellt, dass man an einem Strang zog. Hobi erzählt: „Wir haben rasch erkannt, dass HEIDI sich allein aus der Schweiz nicht stemmen lässt, dazu ist der Schweizer Markt zu klein, und die möglichen Förderpartner sind ebenfalls zu klein. Wir suchten also nach einer Lösung, wie wir den Film international aufstellen können, ohne die Kontrolle zu verlieren. Konkret heißt das: Wenn wir diesen Film zu einem so großen Budget realisieren wollen, wie es uns vorschwebte, brauchen wir einen Partner, dem wir vertrauen können, der den größten Teil der Finanzierung stemmt und uns trotzdem als gleichwertigen Partner anerkennt und akzeptiert. Und mit Claussen+Putz war es von Anfang an so, wie wir uns das erhofft hatten. Eine perfekte Kombination.“

„Reto und Lukas haben uns also das Projekt angeboten“, erinnert sich Jakob Claussen von Claussen+Putz an den ersten Kontakt mit dem Stoff. „Es war klar, dass wir ganz unbedingt vor der erhöhten Aufmerksamkeit des Schweizer Publikums werden bestehen müssen. Auch das hat die Bucharbeit, die Sorgfalt der Bildgestaltung, die Besetzung bis schlussendlich die Musik und die Mischung immer wieder bestimmt.“

Claussen muss im Zusammenhang mit „Heidi“ vor allem an die Schweizer Verfilmung von 1952 denken, die seiner Ansicht nach auch heute noch Bestand hat: „Bei dieser Verfilmung haben sich die Macher seinerzeit bemüht, der literarischen Vorlage von Johanna Spyri so nahe wie möglich zu kommen und sie so ernst zu nehmen, wie es geht. Nicht von ungefähr ist der Stoff ein über die Jahrzehnte etablierter Klassiker für die jeweils neu nachwachsende Familie, an den man sich gerne erinnert oder an dem man seine Kinder gerne teilhaben lässt. Das war dann auch unser Begehren. Und wir mussten die Fragen beantworten: Wie erschaffen wir einen Klassiker des 21. Jahrhunderts?“

Seine Partnerin Uli Putz ergänzt: „Wir nehmen es grundsätzlich sowieso sehr ernst, wenn wir etablierte literarische Vorlagen verfilmen. Es bereitet Freude einen Film zu produzieren, der lange gesehen wird und der das Zeug dazu hat, selber ein Klassiker werden zu können. Jakob und ich haben keine Angst, uns dieser Aufgabe zu stellen und so nah wie möglich an der Vorlage zu bleiben. Es ist dann auch sehr befriedigend, wenn man es geschafft hat. Bei HEIDI ist es natürlich extrem schwer, der Zuschauererwartung zu entsprechen, weil es auch so viele unterschiedliche Zuschauererwartungen gibt.“

Tatsächlich hatte Jakob Claussen zunächst durchaus Bedenken, weil er der Ansicht war, dass man bei einer Adaption unglaublich viel falsch machen könnte. Gleichzeitig reizte ihn der Stoff aber auch. „Die Idee einer Neuverfilmung fand ich immer toll“, sagt er. „Es gibt auf der Welt wenige Mythen, die bei so vielen Generationen so etabliert und so universell bekannt sind wie ,Heidi’. Je mehr wir uns mit den Romanen von Spyri beschäftigten, umso mehr haben wir erkannt, warum diese Geschichte so zeitlos ist. Weil es wirklich archetypisch um Emotionen und Beziehungsmuster geht, die die Menschen damals und heute betreffen. Es geht um Heimat, um Freundschaft, Familie, Liebe, um Eigenständigkeit auch sehr junger Menschen. Es geht um große, große Gefühle, um Loyalitäten und Familienzugehörigkeiten. Alle diese Themen haben heutzutage genauso ihre Berechtigung wie vor 100 Jahren.“

Über die Zusammenarbeit mit Zodiac Pictures berichtet der deutsche Produzent: „Wir verstehen uns wirklich gut und ergänzen uns perfekt. Die Zusammenarbeit ist sehr vertrauensvoll, kollegial und großzügig. Es gibt auch keine vertragliche Absprache, wer das endgültige Zustimmungsrecht hat oder was in einem Konfliktfall zu tun wäre. Wir unterhalten uns einfach so lange – natürlich auch zusammen mit dem Regisseur Alain Gsponer – bis wir zu einem Konsens kommen. Wir wussten alle, was wir von HEIDI erwarten und hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen. Jeder hat dann das getan, um dieses Ziel auch zu erreichen.“ Reto Schaerli schätzt die Arbeit mit den deutschen Kollegen nicht minder: „Jakob Claussen und Uli Putz sind einfach unfassbar gute Produzenten. Sie sind unglaublich nah an den Projekten dran, obwohl sie viele große Filme machen. Das war und ist ein Vergnügen mit den beiden.“ Und Lukas Hobi merkt an: „Manchmal kam es uns so vor, als wären Claussen+Putz der große Bruder bzw. die große Schwester in Deutschland. Sie sind als unabhängige Produktionsfirma ähnlich aufgestellt wie wir – nur dass wir wesentlich kleiner sind und auch in einem kleineren Markt tätig sind. Aber die Philosophien der beiden Firmen sind sich doch sehr ähnlich.“

Entsprechend partnerschaftlich ging die Aufgabenverteilung vonstatten. „Die Dreharbeiten haben wir ein bisschen nach Territorium geteilt. Lukas und Reto waren sehr viel präsenter bei dem Schweizer Dreh und Uli und ich haben mehr den Dreh in Sachsen-Anhalt und Thüringen betreut. Klar waren Reto und Lukas zuständig für die Finanzierung aus der Schweiz und wir für die Finanzierung aus Deutschland. Bei der Partnerfindung haben wir uns ergänzt. Die weltweiten Rechte – bis auf die Schweiz – liegen bei STUDIOCANAL. Dort war man so angetan von dem Projekt, dass man auch den Weltvertrieb übernehmen wollte. Das ist herrlich für uns, weil wir so sehr konzentriert arbeiten können.“
FEIN, SORGFÄLTIG UND BESONDERS

Alain Gsponer als Wunschkandidat für die Regie
Nachdem die Drehbucharbeit bereits im Gange war, begann die Suche nach einem geeigneten Regisseur. „Alain Gsponer war die beste Wahl“, so Reto Schaerli. „weil er sich mit Das kleine Gespenst im Kinder- und Familiengenre bewiesen hatte und wir gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit ihm gemacht hatten. Aber auch, weil er einen seltenen Spagat schafft: Er ist ein sehr inhaltlicher Regisseur mit einer hohen Sensibilität, der sehr genau die Geschichten umsetzt, sehr genau mit den Schauspielern arbeitet, sehr anspruchsvoll ist. Gleichzeitig ist er auch technisch versiert. Das war für diesen Stoff sehr wichtig. Man musste mit Laien arbeiten, mit Tieren, aber auch mit erfahrenen Schauspielern, man musste hoch in den Bergen arbeiten, flexibel aufs Wetter reagieren, das uns so einige Schnippchen geschlagen hat. Alain musste den beschriebenen Geist des Drehbuchs und die Haltung, die von unserer Autorin Petra Volpe kommt, mittragen und umsetzen. Das hat er sehr, sehr gut gemacht.“

Uli Putz hebt die besonderen Qualitäten des Regisseurs hervor: „Für mich ist Alain in erster Linie ein ganz sensibler Regisseur, der Emotionalität gut übersetzen und zudem sehr gut mit der Technik und komplexen Vorgängen umgehen kann. Alain war der Wunschregisseur für dieses Projekt, und wir mussten auch ein bisschen um ihn kämpfen.“

Jakob Claussen fügt hinzu: „Alain ist ein ganz feiner, sorgfältiger und besonderer Partner. Er hat sich die Entscheidung auch nicht leicht gemacht. Wir haben seine Gedanken immer ernst genommen und versucht, etwaige Bedenken mit ihm zu bewältigen. Alain hatte, auch aufgrund seines familiären Hintergrunds als gebürtiger Schweizer, wirklich ernsthaft emotionale Zusatzgedanken, die man als Deutscher gar nicht so antizipiert hätte. Denn man muss wirklich auch erkennen: ,Heidi’ ist das Kulturgut Nummer eins der Schweiz. Es ist die größte Marke, die die Schweiz zu bieten hat und für ‚Heidi‘ interessiert sich die ganze Welt. Für Alain war die Verfilmung deshalb eine ganz eigene und besondere Herausforderung.“
EROBERUNG DER HERZEN

Die Kinderdarsteller des Films
Ebenso wichtig war die Suche nach geeigneten Schauspielern, insbesondere für die Titelfigur. Jakob Claussen erinnert sich: „Es sollte ein Mädchen sein, das in der Lage ist, die Herzen der Menschen zu erobern.“ Bei der eigentlichen Suche gingen die Produzenten dann ganz systematisch vor, wie Lukas Hobi erzählt: „Wir wussten von Anfang an, dass wir nicht nur ein Mädchen aus der Schweiz suchen, sondern eines, das auch den Bündner Dialekt sprechen kann für die Schweizer Sprachfassung. Das schränkte das Suchgebiet in einem sowieso schon kleinen Land sehr ein, denn das Bündner Land macht weniger als zehn Prozent der Deutschschweiz aus. Dennoch wollten wir es auf einen Versuch ankommen lassen. Erstaunlicherweise wurden wir schon sehr früh auf Anuk Steffen aufmerksam, haben dann aber trotzdem noch sehr lange weitere Optionen geprüft. Am Ende der mehrmonatigen Suche ist es dann doch Anuk geworden.“

„Wir haben uns auf alle Fälle nicht nach Äußerlichkeiten entschieden“, ergänzt Claussen, „sondern nach schauspielerischem Vermögen und der Hoffnung, dass das Kind dann auch die lange Drehphase durchhält. Noch dazu muss gesagt werden, dass man bei Kinderdarstellern auch immer deren Eltern ,mitbesetzt’. Reto und Lukas haben die Eltern der Kinder, die in die engere Auswahl kamen, besucht und genau erzählt, was anstehen und was auf sie zukommen würde.“

„Anuk kann das“, betont auch deutlich Bruno Ganz, der an ihrer Seite als Almöhi zu sehen ist. „Sie ist ein ungewöhnliches Mädchen. Sie ist sehr wach, intelligent, unglaublich kommunikativ, hat eine enorme Auffassungsgabe. Und dann – baff – ohne Vorankündigung ist sie wieder ein Kind von neun Jahren. Das ist faszinierend.“ Und die Zusammenarbeit mit einem neunjährigen Spielpartner? „Man hat nicht nur ein Kind vor sich, sondern auch einen Laien“, so Ganz. „Von daher hat man keinerlei Erwartungen, dass sie das jetzt können muss. Alain sagt ihr dann ein paar Dinge, meist hört sie nur zu, manchmal stellt sie noch ein paar Fragen – und dann kommt sie und macht das. Und meistens funktioniert es auch. Phänomenal.“ „Die Heidi hätte ich gerne als Freundin“, sagt Anuk Steffen. „Nicht nur, weil ich sie jetzt spiele. In ein paar Sachen sind wir uns sogar ähnlich. Heidi ist oft genauso wild wie ich, aber sie kann auch ruhig sein und gut zuhören.“ Ihre Rolle beschreibt die junge Schweizerin so: „Heidi ist ein fröhliches Mädchen und nimmt alle Menschen so, wie sie sind. Sie liebt die Freiheit und findet in den Bergen alles, was sie braucht: Wiesen, Freunde und Tiere und vor allem ein Zuhause.“ Insbesondere diese Drehtage auf der Alm hat Anuk sehr genossen: „Es war toll, in eine andere Zeit versetzt zu werden, so viel in der Natur zu sein und mit den vielen Ziegen zu drehen. Und natürlich hat es Spaß gemacht, mit Bruno Ganz zu spielen.“

Im Gegensatz zur ,Heidi‘-Suche gestaltete sich die Suche nach dem Geißenpeter recht kurz. „Als wir Quirin Agrippi gesehen haben, war uns sofort klar, dass wir ihn haben wollen“, meint Jakob Claussen. „Er ist so besonders und so glaubwürdig, so ein süßer Kerl. Wir haben dann zwar noch weiter gesucht, weil wir erst gedacht haben, dass wir es uns so leicht doch nicht machen können. Wir sind aber immer wieder zu ihm zurückgekommen.“ Dass Quirin sich überhaupt beworben hat, verdankt er seinen Klassenkameraden: „Sie meinten sofort, ich sehe aus wie der Geißenpeter und solle mich bewerben. Deswegen bin ich zum Casting gegangen.“

Über seine Rolle sagt der 13-Jährige selbst: „Der Geißenpeter ist ein bisschen ein Pessimist. Er vertraut anderen Menschen nicht gleich bei der ersten Begegnung. Aber sonst ist er ein Typ wie ich, ein bisschen wild. Er ist außerdem arm. Halbwaise. Er muss praktisch das Geld verdienen.“ Beim Dreh hatte Quirin Agrippi viele Szenen mit seinen tierischen Filmpartnern, den Ziegen: „Zur Vorbereitung hatte ich mehrere ,Geißentreffen’, bei denen ich die Herde kennengelernt und mich mit ihnen vertraut gemacht habe. Vor allem mit der Führungsgeiß, der Rosi, musste ich besonders Freundschaft schließen, weil ihr alle anderen immer folgen.“
EINE SCHAUSPIELLEGENDE ALS ÖHI

Bruno Ganz kommt an Bord
Ein besonderer Coup gelang der Produktion mit der Besetzung des legendären Schweizer Schauspielers Bruno Ganz für die Rolle des Almöhi. „Wenn man in der Schweiz an den Öhi denkt, denkt man sehr schnell an Bruno Ganz“, erklärt Reto Schaerli. „Es ist einfach naheliegend. Allerdings haben wir uns lange nicht getraut, ihn zu fragen, weil die Angst da war, dass er keine Lust haben könnte. Schließlich haben wir allen Mut zusammen genommen und ihm das Buch geschickt. Ein überraschend schnelles Ja erreichte uns. Das haben wir dann auch nie mehr in Frage gestellt. Wir waren glücklich.“

Bruno Ganz freute sich, dass die Vorbereitung auf die Rolle des Almöhi auch ganz handfeste Seiten hatte: „Für den Almöhi muss man sozusagen Bergbauer werden: Ziegen melken, auf die alte Art Stämme spalten und an den steilen Hängen Gras sensen. Alles körperlich, ich mag das. Man hat mich als Kind oft aufs Land geschickt, ich weiß wo die Milch herkommt; nur ist das auf der Alm eine ganz andere Sache.“ Über „Heidi“ sagt der renommierte Schauspieler: „,Heidi’ ist ein nationaler Mythos. Es ist schön, dass die Schweiz nicht nur zur Kenntnis genommen wird durch Produkte wie Schokolade und Käse oder auch etwas fragwürdigere wie die Bankgeschäfte. Sondern dass wir da noch etwas haben wie dieses kleine Mädchen auf 2000 Meter Höhe, das sich über Ziegen und die Natur freut. Heidi ist ein Held. Ein unglaubliches Menschlein. Sie ist so beständig und schreckt vor nichts zurück. Es ist so wunderbar, wie sie sich an den kleinsten Dingen aufrichtet. Sie ist ein Mädchen, das nicht zu brechen ist. Das ist etwas, was Kinder bewundern.“

Auch für die Zeitlosigkeit des Stoffs hat Bruno Ganz eine Erklärung: „Johanna Spyri hat mit „Heidi“ ein paar zentrale Punkte getroffen, die offenbar Menschen in ganz unterschiedlichen Regionen berühren. Im Kern ist es die Suche nach Heimat, Identität, oder modern ausgedrückt: Die Suche nach dem Ort, wo man ganz man selbst sein kann, wo man gern ist, Erfüllung findet.“

Stolz sind die Produzenten auch auf die weiteren Schauspieler, die sie gewinnen konnten, wie Jakob Claussen erzählt: „Hannelore Hoger als Großmutter Sesemann muss eine besondere dramaturgische Aufgabe erfüllen, die Petra Volpe sich hat einfallen lassen. Sie ist für Heidi ein ganz starker emotionaler Anker in Frankfurt, sie gibt ihr etwas für ihre Zukunft mit auf den Weg, nämlich den Rat, selbst Geschichten zu schreiben. Sie ist ein kraftvolles Pendant zu Bruno Ganz. Peter Lohmeyer ist als Sebastian zu sehen, das ist der Hausdiener, der in den fünfziger Jahren von Theo Lingen gespielt wurde. Wir haben mit unseren Castingdirektorinnen Corinna Glaus in der Schweiz und Daniela Tolkien in Deutschland ein sehr sorgfältig und liebevoll besetztes Ensemble zusammengestellt. Jella Haase als Tinette gibt ihrer Figur einen Twist, weil sie ja eher als junge moderne Schauspielerin etabliert ist. Auch Klara ist mit Isabelle Ottmann toll besetzt – sie ist ein zarter, blonder Engel im Gegensatz zum Wildfang Heidi aus den Bergen. Katharina Schüttler als Fräulein Rottenmeier hat uns wirklich beeindruckt. Sie hat sich einen ganz eigenen Ausdruck und eine besondere Körpersprache für die Rolle der unbeliebten Hausdame Fräulein Rottenmeier erarbeitet.“
DIE SUCHE NACH UNBERÜHRTHEIT UND AUTHENTIZITÄT

Die Drehorte des Films
„Das Leben in diesen Gegenden war Ende des 19. Jahrhunderts, als Spyri die Romane geschrieben hat, äußerst brutal“, so Bruno Ganz. „Aber in diesem Film wird man davon ein bisschen mehr verstehen lernen als in dem Schwarzweißfilm aus den 1950er Jahren, der wohlgemerkt sehr schön war.“ Weil die Produktion so betont viel Wert auf Detailgenauigkeit und Authentizität legte, erwies sich auch die Suche nach den geeigneten Drehorten als aufwändige Angelegenheit.

Lukas Hobi berichtet: „Knackpunkt der Drehortsuche in der Schweiz war es, die Almhütte zu finden. Wir wollten, dass sie in der Gegend steht, aus der Heidi kommt, ob das jetzt in den Bündner Bergen ist oder in der Nähe von Bad Ragaz im Sarganserland. Wir haben uns wirklich sehr viel angeschaut. Unser Locationscout kennt nun wirklich jede Hütte im Bündnerland.“ Gleichzeitig orientierte man sich aber auch an den frühen Verfilmungen, wählte zum Beispiel das gleiche Dörfli wie in der Verfilmung von 1952 – weil man sich einerseits daran erinnert, andererseits weil das Dorf mit Namen Latsch in voller Substanz erhalten ist“, wie Hobi erzählt.

Als besondere Herausforderung erwies sich der Umstand, dass die vermeintliche Schweizer Naturidylle längst nicht mehr so unberührt ist, wie man glauben will. „Es ist immer wieder erstaunlich“, merkt Hobi an. „Da wandert man durch die Schweizer Berge und genießt das herrliche Panorama, und wenn man sich dann die Filmaufnahmen anschaut, ist man ganz überrascht, wie viele Stromleitungen, Skilifte und Straßen im Hintergrund aufblitzen. Deshalb waren am Schluss schon etliche Retuschierungen notwendig.“ Uli Putz ergänzt: „Der Zuschauer will heutzutage keine Fehler entdecken, er ist verwöhnt von den großen amerikanischen Produktionen. HEIDI hat deshalb einen ganz großen VFX-Anteil, das wird später kein Mensch sehen, denn es sind ja keine Tricks im ursprünglichen Sinn, sondern Behelfsmittel, um Dächer auszutauschen, Fassaden zu verändern, Oberleitungen der Bahn raus zu retuschieren. Beim riesigen tollen Alpenpanorama darf man dann auch keine mit der Maschine gemähten Wiesen entdecken. All das spielt eine große Rolle.“

Ähnlich akribisch ging man bei der Suche nach Drehorten in Deutschland vor. „In Johanna Spyris Romanen steht Sesemanns Villa in Frankfurt“, erzählt Jakob Claussen. „Die heutige Stadt Frankfurt gibt allerdings ein entsprechendes historisches Bild nicht mehr her. Dadurch, dass wir für Das kleine Gespenst schon in Quedlinburg und Wernigerode gedreht hatten und wussten, dass es in Sachsen-Anhalt und Thüringen viel restaurierte historische Bausubstanz gibt, konnten wir unsere Suche nach dem historischen Frankfurt fokussiert und konzentriert angehen. Das hat dann auch gut geklappt.“ Fündig wurde das Filmteam schließlich in Quedlinburg, Halberstadt und Altenburg.

Ebenso viel Energie und Leidenschaft wurde in die Ausstattung vor Ort an den Locations gesteckt. „Authentizität stand für uns nicht nur bei der Adaption an oberster Stelle, sondern logischerweise auch bei Ausstattung, Kostüm und Maske“, betont Lukas Hobi. „Johanna Spyri schildet zwar kein konkretes Jahr, man weiß aber, dass sie um 1850/1860 herum in Bad Ragaz Ferien gemacht und dort Eindrücke gesammelt hat. Deshalb haben wir sehr darauf geachtet, dass alles, was im Bild auftaucht, auch aus dem 19. Jahrhundert stammt.“ Dabei blieb kein Detail unbeachtet, wie der Produzent weiß: „In dem Dorf Latsch haben wir etwa alles unternommen, um jegliche modernen Elemente, die zum Teil schon im frühen 20. Jahrhundert entstanden sind, zu eliminieren. Der Zuschauer soll das Gefühl haben, eine Zeitreise in die Schweizer Berge, aber auch nach Frankfurt machen zu dürfen.“
DIE PIPPI LANGSTRUMPF DER SCHWEIZ

Die Erwartungen an den Film
„,Heidi’ ist in der Schweiz ein Nationalheiligtum“, sagt Produzent Reto Schaerli. „Sie ist die Pippi Langstrumpf der Schweiz. Jeder kennt sie. Aber auch weltweit ist ,Heidi’ ein riesiger Trend. Spyris Buch ist nach der Bibel und dem kommunistischen Manifest immer noch das meistübersetzte Buch der Welt – und natürlich das erfolgreichste Kinderbuch der Welt. Insofern hoffen wir auf ein großes Interesse.“ „HEIDI ist ein Familienfilm im wahrsten Sinne des Wortes“, findet Jakob Claussen. „Dass der Stoff historisch ist, ist kein Ausschlusskriterium, sondern eher ein Aspekt, der unseren Film noch attraktiver macht. HEIDI ist europäisches Kulturgut.“

„Wir wünschen uns natürlich, dass der Film von ganz vielen Leuten gesehen wird“, sagt Lukas Hobi. „Und dass der Kinobesucher nicht nur eine schöne und gut unterhaltende Geschichte gesehen hat, sondern auch den Kern der Geschichte erfasst hat, der sehr berührend und herzergreifend ist mit ihrer Titelfigur, die eine unglaubliche Kraft auf ihr Umfeld ausübt. Diese Kraft, dass die ankommt beim Zuschauer, ein positives Erlebnis schenkt und die Tiefe und Wertigkeit des Films erfasst wird – das wünschen wir uns.“ Sein Partner Reto Schaerli fügt abschließend hinzu: „Ich wünsche mir, dass es einer der Filme ist, über den die Leute etwas zu sprechen haben. Über die Schweiz von damals, über die Schweiz von heute, über dieses Kind, das was ihm widerfährt, über Familie und Heimat... Es gibt ganz viele Themen, von denen ich glaube, dass der Film sie in sich trägt. Dass das Kinoerlebnis unterhält und anregt. Und dass die Leute Lust haben, wandern zu gehen. So geht es mir jedes Mal, wenn ich den Film sehe.“

Schon gewusst?

500 Kinder aus der Schweiz wurden für die Rollen von Heidi und dem Geißenpeter gecastet. Über 500 Statisten sind im Film zu sehen – als Dorfbewohner, Marktleute oder Schulkinder.

An insgesamt 45 Drehtagen wurde im schweizerischen Graubünden sowie in München, Thüringen und Sachsen-Anhalt gedreht.

Drei Wochen lang haben rund 25 Leute den Drehort Latsch zurückversetzt ins 19. Jahrhundert. Die Häuser- und Stallfassaden wurden patiniert, die Straßenbeleuchtung abgebaut und Gärten mitten im Dorf umgepfanzt. Zum krönenden Abschluss wurden zwei riesige Lasterladungen voll Dreck – eine Mischung aus Rindenmulch, Torf und Sand – am Set verteilt, um das Dorf so ärmlich erscheinen zu lassen, wie Bergdörfer Ende des 19. Jahrhunderts aussahen.

Anschließend wurden die Gassen innerhalb weniger Stunden mit 500 Kilogramm künstlichem Schnee – ein Gemisch aus Zellulose und Wasser – beschneit. Das Wegräumen der „Schneereste“ beschäftigte die Arbeiter mehrere Tage!

Der Tiertrainer Michael Schweuneke hat zwei Wochen vor Drehbeginn alle Ziegenbauern der Region aufgesucht und die schönste Herde für den Film gecastet: 75 Ziegen dürfen nun im Film mitspielen! Die beiden Hauptziegen hießen „Schwänli“ und „Bärli“. Quirin, der den Geißenpeter spielt, hat die Ziegen während der Dreharbeiten so ins Herz geschlossen, dass er am letzten Drehtag zwei Babyziegen geschenkt bekam.

Hunderte von Requisiten wurden speziell für den Film angefertigt, repariert, angemalt oder patiniert, darunter Klaras Rollstuhl, extra Schulhefte für die Kinder, Bücher, Werkzeuge, Taschen, Geschirr, Lampen, Ruten und Hirtenstöcke und vieles mehr.

Für den Fall, dass eines schmutzig wurde oder geflickt werden musste, gab es alle Kostüme in dreifacher Ausführung – und in den Taschen von Heidis Kostümen fanden die Kostümbildnerinnen nach Drehschluss jedes Mal Reste von Schokolade und Bonbons, weil Anuk Süßigkeiten so liebt!

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Milan Music

HEIDI – der Soundtrack zum Film

ARS Edition

HEIDI – die Bücher zum Film
Das naturverbundene und freiheitsliebende Waisenkind Heidi – heute Heldin der Kinderherzen – begegnet uns erstmals in Johanna Spyris Kinderbüchern in den frühen 1880er Jahren. Passend zum Kinostart der neuen Heidi-Verfilmung am 10. Dezember mit den Schweizer Kindern Anuk Steffen als „Heidi“ und Quirin Agrippi als Ziegenhirt „Peter“ sowie Bruno Ganz als „Almöhi“, erscheint bereits am 8. Oktober im Münchner Kinder- und Jugendbuchverlag arsEdition eine Produktreihe mit Originalfotos aus dem Film. Zu dieser Serie gehört beispielsweise die auf dem Drehbuch basierende Geschichte von Heidi als Hardcover, erzählt auf 192 Seiten zum gemeinsamen Vorlesen oder selber Entdecken.

JUMBO

HEIDI – DAS ORIGINAL-HÖRSPIEL ZUM FILM
Das Original-Hörspiel zum großen Familienfilm vereint die Original-Stimmen des Films, die Geräusche und die Musik mit der hervorragenden Stimme der bekannten Schauspielerin Julia Nachtmann zu einem unvergleichlichen Hörerlebnis und wird die Herzen und Ohren im Sturm erobern!

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